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Pressemitteilung vom 23.3.2010


Eltern sollen klagen
2. Fachtag des Quer-Wege e.V.: Expertin rät Eltern von Kindern mit Behinderung zum Rechtsstreit und Jena Entwicklung zur inklusiven Stadt



Auch wenn Jena mit einer Integrationsquote von 63 Prozent im Bundesdurchschnitt vorn liegt, ist die Stadt noch weit entfernt von den Forderungen der Vereinten Nationen nach einem inklusiven Bildungssystem. Dies ist das Ergebnis des 2. Fachtages des Jenaer Vereins Quer-Wege e.V. in der vergangene Woche. Über 170 Gäste hörten im vollbesetzten Foyer der Bilingualen Kita BILLY den Vortrag der Berliner Professorin Jutta Schöler, die Kitas, Schulen, Fachdiensten und Eltern Mut machte, für gemeinsames Lernen von Kindern mit und ohne Behinderung zu kämpfen. Dabei erzählte sie mit vielen Beispielen, wie Schüler mit dem Down-Syndrom am Gymnasium lernen oder ein Kind im Wachkoma an einer allgemeinbildenden Schule angenommen wurde.

Damit diese Einzelfälle zur Gewohnheit werden, rät Prof. Dr. Jutta Schöler Eltern von Kindern mit Behinderung ihr Recht auf gemeinsames Lernen einzuklagen. „Deutschland hat die UN-Konvention unterzeichnet, nach der Kinder mit Behinderung das Recht darauf haben, in eine allgemeinbildende Schule zu gehen“, so Prof. Dr. Jutta Schöler. Laut Schöler gebe es kein anderes Land außer Deutschland, in dem der Staat darüber entscheidet, in welche Schule ein Kind mit Behinderung gehen darf und ergänzt: „Die Juristen warten auf einen Präzedenzfall.“ Zukünftig müssten sich alle Schulen auf alle Kinder einstellen und entsprechende Bedingungen für das gemeinsame Lernen schaffen. Dann ist Jena auf dem besten Weg zu einer inklusiven Stadt, die Prof. Dr. Schöler den Gästen des Fachtages und den Einwohnern der Saalestadt herzlich wünscht.


hier können Sie den Vortragstext von Prof. Dr. Schöler herunter laden



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